WordPress: GoogleMaps Aufrufe obwohl keine Map eingebunden ist ???

Im Rahmen der Erstellung einer Webseite wird häufig eine Landkarte über Google Maps eingebunden, die die Lage des Unternehmens oder die Anfahrtbeschreibung darstellen sollen. Die datenschutzrechtlichen Konsequnzen wurden schon in dem Beitrag: „Alternatives Kartenmaterial auf der Webseite?“ erläutert.

Hier geht es eher um eine weitere Betrachtung. Oftmals greift man für die Erstellung einer Webseite auf eine professionelle Vorlage zurück. Diese bieten in der Regel eine sehr ansprechende „Grundkonfiguration“ der zu erstellenden Webseite. – Genau hier liegt jedoch ein weiteres Problem.

Selbst wenn auf der Webseite keine Lagekarte eingebunden wird, kann es dazu kommen, dass beim Webseitenaufruf eine Verbindung zu Google Maps Servern aufgebaut wird. – Wie kann das sein? Ganz einfach … die Aufrufe der entsprechenden Routinen sind in den Vorlagen fest programmiert und können teilweise gar nicht, zumindest nicht einfach, ausgeschaltet werden. Ein solcher, von mir gekürzter, Aufruf im Programmiertext lautet z.B.

}
function at_gmap_loadmap() {
var script = document.createElement(’script‘);
script.type = ‚text/javascript‘;
script.src = ‚https://maps.googleapis.com/maps/api/…‘ +
‚&signed_in=true&callback=at_gmap_map_initialize‘;
document.body.appendChild(script);
}

=> Dieser Programmiercode kann bei Ihnen anders aussehen.

Das können Sie z.B. selbst sehen, wenn Sie eine Seite aufrufen und sich im Browser z.B. die Web-Entwickler Tools einblenden lassen. Beim FireFox geht dies über <Menü – Webentwickler – Werkzeuge für Webentwickler> und weiter mit <Debugger – Quellen>. Da stehen dann z.B. Serveraufrufe für:

– maps.google.com
– maps.googleapis.com
– maps.gstatic.com

Hier werden also gleich 3 Google Server aufgerufen und munter personenbezogene Daten übertragen.

Die Serververbindung wird durch das Aufrufen der Webseite hergestellt . Es ist unerheblich, ob eine Karte auf der Seite existiert. Und damit übermitteln Sie personenbezogene Daten.

In den meisten WordPress-Vorlagen kann man das „Theme“ anpassen. Leider finden sich darin keine Möglichkeiten, die Google Maps Funktion auszuschalten. Sie haben hier nur 4 Möglichkeiten … immerhin:

  1. Sie binden keine Karte ein und lassen alles so wie es ist.
  2. Sie beauftragen einen professionellen Programierer und hoffen, dass er das Probelm lösen kann.
  3. Sie stellen eine Serviceanfrage bei dem Hersteller der Vorlage und hoffen, dass er Ihnen hilft.
  4. Sie machen sich auf die Suche nach dem Programmiercode in den versteckten Tiefen Ihrer Webseite und kommentieren diesen Aufruf (und eventuell weitere) einfach aus – in der Hoffnung, dass die Webseite dann noch überall so funktioiert wie sie soll.

In den ersten drei Fällen, sollten Sie in der Datenschutzerklärung darauf hinweisen, dasss Sie Google Maps „verwenden“. Nun sagen Sie mit Sicherheit … „Na und, ich hab doch ein tolles Consent Tool. Dann ist doch alles OK!“ Leider nicht ganz. Ich möchte hier nur auf einen Artikel von Dr. Meffert verweisen.

Dr. Meffert, Klaus (2021): Cookiegeddon: Das Versagen aller (?) Consent Tools, Dr. DSGVO – Digitaler Datenschutz // W3 Inspector, [online] https://dr-dsgvo.de/cookiegeddon-das-versagen-aller-consent-tools/ [abgerufen am 05.04.2021].

Abschließende Bemerkung: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Vorgehensweise nicht allein auf WordPress beschränkt sein muss. Es gibt für andere Content Management Systeme wie Joomla oder Typo3 auch Vorlagen. Das Verhalten dort habe ich nicht untersucht.

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